Zusammenarbeit

Im Verhältnis zu teilnehmenden Künstlern und Aktiven sowie Organisationen, die als Sponsoren oder Partner arbeiten, versteht sich Mars rocks als Rahmenprojekt: Es geht nicht darum, ein eigenes Produkt, oder auch Marke oder Label zu prägen, sondern es soll ein Rahmen geschaffen werden. Dieser Rahmen soll eine Zusammenarbeit über die Grenzen von Disziplinen, gewachsenen Gemeinschaften oder Strukturen hinaus ermöglichen und damit neue Sichten und neue Inspirationen für alle Beteiligten schaffen. Es geht also vor allem um eine konzeptionelle Verbindung, und erst einmal nicht um eine organisatorische.

Ein Künstler, Gruppe, Verein, Firma wird also nicht "Mitglied" oder auch "Teilhaber" des Projekts, sondern Mars rocks bietet nur ein zusätzliches Merkmal an, um Kontakte herzustellen, um Synergien oder Inspirationen für sich selbst zu erreichen.

Der Planet Mars ist als roter Faden für diese Verbindung gerade deshalb geeignet, weil er so weit weg ist, in körperlicher wie auch in kultureller (ökonomischer, politischer usw.) Sicht. Denn im Verhältnis zu dieser Entfernung werden die Entfernungen zwischen den sonst getrennten Bereichen auf der Erde kleiner. Dies gilt für systematische Entfernungen ("Kunst und Wirtschaft") ebenso wie für geologische ("Europa und Asien").

Konkret geht es dann auch darum, ein Netzwerk für internationale Kontakte von Künstlern, Wissenschaftlern, Kulturschaffenden oder Unternehmern aufzubauen und eine Aufwertung durch die Internationalität zu schaffen. Ein nicht-irdischer Planet ist dafür allein deshalb geeignet, weil er unverdächtig ist, die Dominanz einer Nation oder eines Kulturkreises zu fördern oder dafür vereinnahmt zu werden.

Der Mars ist auf lange Sicht auch nicht gefährdet, von Menschen ökologisch mißbraucht zu werden, kann aber auch keine Alternative für das Leben auf der Erde liefern - ein Terraforming und ähnliche Ansätze sind realistisch gesehen nicht umsetzbar. Der Wunsch, die "Mutter Erde" zu verlassen, wäre also weder für die Menschheit noch für entschlossene Aktivisten real umsetzbar. Eben darum bleibt der rote Planet eine zuverlässig symbolische Instanz, ein Stichwortgeber, und nicht etwa Gegenstand von Machtfragen.

Ein weiteres Merkmal des Projekts im Bezug auf Zusammenarbeit ist die Langfristigkeit: Schon wegen der langen Flugzeit ist der Planungshorizont bereits bei Sondenmissionen im Bereich einer Dekade. Der US-Plan von 2006 für die bemannte Expedition überstreift eine Skala von 30 Jahren. Wir haben also in mehrfacher Hinsicht Zeit: Weder werden johlende Massen morgen in Mars-Euphorie ausbrechen, noch müssen wir jetzt schnell unsere Konzepte präsentieren, bevor ein anderer "first mover" uns die Idee wegschnappt.
Wir können uns aber darauf verlassen, dass die Agenda der realen Raumfahrt-Missionen das Thema immer mal wieder in die Medien bringt, dass es also auf mittlere Sicht aktiv bleibt. Die ganze Idee einer Mars-Expedition steht damit per se auch für Gründlichkeit, langfristige Strategien, für Geduld, aber eben auch für Herausforderung und Entwicklung, für das Beschreiten von Neuland.

Wer als Einzelner, Gruppe oder Organisation sich diese Merkmale in seiner Arbeit auf die Fahne schreibt, der kann durch diesen Rahmen gewinnen - auch wenn ihn die Raumfahrt selbst eigentlich nicht interessiert.

 

 
 
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